Warum schläft mein Baby nicht? Häufige Ursachen und praktische Lösungen

Mutter wiegt schlafendes Baby sanft im Arm

Du hast das Baby endlich in den Schlaf gewiegt, schleichst leise raus, setzt dich mit einer Tasse Tee hin ... und 20 Minuten später: wieder Schreien. Wenn du nachts um 3 „Warum schläft mein Baby nicht?“ googelst, bist du garantiert nicht die Einzige oder der Einzige.

Der Schlaf von Neugeborenen ist chaotisch, zerstückelt und oft schwer zu durchschauen. Die gute Nachricht: Meist gibt es einen konkreten Grund, warum dein Baby nicht schläft – und in vielen Fällen ist es etwas Einfaches, das sich ändern lässt.

Wir gehen die häufigsten Ursachen für Schlafprobleme beim Baby durch, sortiert danach, wie wahrscheinlich sie sind, und schauen, was du ganz praktisch tun kannst.


1. Hunger – der häufigste Grund, warum dein Neugeborenes nicht schläft

Gerade in den ersten Wochen ist Hunger mit Abstand die häufigste Ursache, wenn ein Baby nachts wach ist, viel weint oder nur kurz schläft.

Der Magen eines Neugeborenen ist winzig, in den ersten Tagen nur etwa so groß wie eine Murmel. Milch wird sehr schnell verdaut, Muttermilch besonders. Das heißt: Auch wenn du „gerade eben“ gestillt oder die Flasche gegeben hast, kann dein Baby nach einer Stunde tatsächlich wieder hungrig sein.

Anzeichen, dass dein Baby hungrig sein könnte

  • Suchbewegungen mit dem Kopf, „Schnappen“ mit dem Mund
  • Saugen an Händen oder Fäusten
  • Schmatzen, Zunge schnellt heraus
  • Wird ruhig, sobald es saugen darf, auch an Finger oder Schnuller
  • Wacht nach 30–90 Minuten auf und lässt sich nur mit Milch beruhigen

Wenn dein Baby nachts ständig wach wird und sich nur mit Stillen oder Flasche wieder beruhigt, ist Hunger als Ursache sehr wahrscheinlich.

Was hilft: Nach Bedarf stillen und Trinkmenge im Blick haben

Strikte Fütterungspläne sind in den ersten Wochen meistens eher hinderlich. Nach Bedarf stillen bzw. füttern ist hier das Stichwort. Das bedeutet in der Praxis häufig:

  • Mindestens 8–12 Mahlzeiten in 24 Stunden bei einem Neugeborenen
  • Abends oft häufiges „Clusterfeeding“, also sehr eng getaktete Stillmahlzeiten
  • Stillmahlzeiten nicht streng nach Minuten pro Seite begrenzen

So erkennst du, ob dein Baby genug bekommt:

  • Ab etwa Tag 5: viele nasse Windeln (ungefähr 5–6 oder mehr deutlich schwere Pipiwindeln in 24 Stunden)
  • Regelmäßige Stuhlwindeln in den ersten Wochen
  • Kontinuierliche Gewichtszunahme, kontrolliert durch Kinderarztpraxis oder Hebamme
  • Dein Baby wirkt nach zumindest einigen Mahlzeiten satt und entspannt

Wenn du dir Sorgen machst, weil dein Baby scheinbar ständig hungrig ist, dauerstillt oder jede Stunde wach wird, besprich das mit deiner Hebamme, deiner Kinderarztpraxis oder einer Stillberatung. Themen wie Zungenband, Anlegeprobleme oder Reflux können die Trinkmenge beeinflussen.


2. Unangenehme Umgebung – zu warm, zu kalt, zu hell oder zu laut

Auch ein sattes Baby kann schlecht schlafen, wenn die Umgebung nicht passt. Neugeborene können ihre Körpertemperatur noch nicht gut selbst regulieren und sind oft empfindlich gegenüber Licht und Geräuschen.

Temperatur: die richtige Zimmertemperatur fürs Baby

Die empfohlene Zimmertemperatur für Babyschlaf liegt in der Regel bei 16–20 °C, viele Kinderärzte und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin nennen diesen Bereich.

In vielen Wohnungen ist es nachts deutlich wärmer. Ein überheiztes Schlafzimmer macht Babys unruhig und schwitzig, stört den Schlaf und erhöht zudem das Risiko für plötzlichen Säuglingstod (SIDS).

Kurze Orientierung:

  • Strebe etwa 16–20 °C im Raum an, in dem dein Baby schläft
  • Nutze ein Raumthermometer, wenn du unsicher bist
  • Ziehe dein Baby lieber in Schichten an als in einem dicken Teil
  • Kontrolliere die Temperatur an Nacken, Rücken oder Brust, nicht an Händen oder Füßen (kühle Hände sind bei Babys völlig normal)
  • Fühlt sich der Brustbereich heiß oder verschwitzt an, eine Schicht ausziehen oder Heizung etwas runterdrehen

Suchst du nach „Baby zu warm beim Schlafen“, ist es fast immer eher zu warm als zu kalt.

Licht: zu hell zum Schlafen

Neugeborene schlafen oft besser in einem abgedunkelten Raum, vor allem nachts. Wenn dein Neugeborenes nachts nicht schläft, aber tagsüber problemlos wegnickt, kann Licht eine Rolle spielen.

  • Verdunkelungsvorhänge oder Rollos im Schlafzimmer nutzen
  • Für nächtliche Still- oder Flaschenmahlzeiten und Wickelaktionen nur gedämpftes Licht verwenden
  • Tagsüber grundsätzlich Tageslicht zulassen, aber für längere Schlafphasen gern etwas abdunkeln

So lernt dein Baby nach und nach den Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Geräusche: nicht zu still, nicht zu laut

Für uns klingt absolute Ruhe oft ideal. Dein Baby war jedoch neun Monate lang von Geräuschen umgeben: Herzschlag, Blutfluss, Darmgeräusche. Vollkommene Stille kann deshalb befremdlich wirken, sehr laute oder plötzliche Geräusche wiederum sind stressig.

Ein guter Mittelweg:

  • Weißes Rauschen nutzen, z. B. per Gerät oder App, mit rund 50 dB (ungefähr Lautstärke eines normalen Gesprächs)
  • Das Gerät in sicherem Abstand zu Babybett oder Beistellbett aufstellen
  • Plötzliche sehr laute Geräusche vermeiden, aber nicht den ganzen Tag auf Zehenspitzen laufen

Ein gleichmäßiger Geräuschteppich kann enorm helfen, damit dein Baby besser einschläft und etwas länger durchhält.


3. Nasse oder volle Windel

Ein banaler, aber mitten in der Nacht leicht übersehener Punkt.

Manche Babys stört eine nasse Windel kaum. Andere werden sofort unzufrieden oder fangen an zu brüllen, sobald es sich feucht anfühlt.

Wenn dein Baby nicht schläft und du weißt, dass die letzte Mahlzeit noch nicht lange her ist, prüfe immer als Erstes die Windel:

  • Nasse oder volle Windeln zeitnah wechseln
  • Bei geröteter oder wunder Haut eine geeignete Wundschutzcreme nutzen
  • Bei Wegwerfwindeln auf die richtige Größe und Saugstärke achten
  • Bei Stoffwindeln sicherstellen, dass sie nicht zu dick auftragen oder drücken und so den Schlaf stören

Eine schnelle Wickelaktion, danach ein kurzer Kuschel- oder Trinkmoment, und viele Babys schlafen zügig wieder ein. „Nasse Windel macht Baby wach“ ist tatsächlich ein sehr häufiger Suchbegriff – und oft die Lösung.


4. Übermüdung – das verpasste Schlaf-Fenster

Das erwischt fast alle Eltern irgendwann.

Neugeborene können nur sehr kurze Zeit am Stück zufrieden wach bleiben. Wenn dieses „Schlaffenster“ verpasst wird, schüttet der kleine Körper Stresshormone wie Cortisol aus. Dann werden sie aufgedreht, quengelig, reagieren schneller über und schlafen schlechter ein und schlechter weiter.

Das Ergebnis: ein völlig müdes Baby, das dennoch gegen den Schlaf „ankämpft“.

Typische Wachphasen bei Neugeborenen

Jedes Kind ist anders, aber grob kann man sagen:

  • In den ersten Wochen: 45–60 Minuten wach, manchmal sogar weniger
  • Etwa ab 6–8 Wochen: 60–90 Minuten wach

Diese Wachzeit umfasst alles: Stillen oder Flasche, Wickeln, ein kurzes Spiel oder Kuscheln.

Was hilft: Wachphasen und Müdigkeitszeichen beobachten

Statt nur auf die Uhr zu schauen, lohnt sich ein Blick auf dein Baby.

Typische Müdigkeitsanzeichen:

  • Bewegungen werden langsamer, Baby starrt ins Leere
  • Rötung um die Augenbrauen, glasiger Blick
  • Reiben an Augen oder Ohren (eher bei etwas älteren Neugeborenen)
  • Abwenden des Kopfes, „Wegschauen“
  • Plötzliches Quengeln ohne erkennbaren Grund

Wenn du diese Signale siehst und die übliche Wachzeit fast erreicht ist, starte langsam das Einschlafritual:

  • Licht dimmen
  • Sanftes Wiegen, Schaukeln oder rhythmisches Klopfen
  • Leise Stimme, weniger Spielreize
  • Ins Bettchen legen, bevor das Baby völlig durchdreht

Ist dein Baby bereits stark übermüdet, wird es häufig erst einmal heftiger weinen. Hier können Pucken, weißes Rauschen und Körperkontakt (z. B. herumgehen und dabei auf dem Arm halten) helfen, das Nervensystem zu beruhigen.

Wenn du dich ausführlicher mit Übermüdung und „Schlaf-Fenstern“ beschäftigst, merkst du schnell: Das ist einer der häufigsten versteckten Gründe für Schlafprobleme beim Baby.


5. Unterforderung oder Langeweile – tagsüber verschlafen, nachts hellwach

Manchmal liegt das Problem nicht in „zu viel Wachsein“, sondern in zu wenig Aktivität zur richtigen Zeit.

Wenn ein Baby tagsüber fast durchgängig schläft und kaum Anregung oder Interaktion hat, ist es nachts umso wacher. Das sieht dann oft so aus: Dein Neugeborenes schläft tagsüber problemlos, aber nachts schläft das Baby nicht, ist wach, schaut herum und wirkt fit.

So kannst du das vermeiden:

  • Tagsüber dein Baby für Mahlzeiten wecken, wenn es in den ersten Wochen länger als etwa 3 Stunden am Stück schläft
  • Nach dem Trinken das Baby für kurze Zeit sanft wach halten, zum Beispiel mit:
    • Blickkontakt und ruhigem „Plaudern“
    • Kurzen, beaufsichtigten Bauchzeiten („tummy time“), wenn es wach ist
    • Einem kleinen Rundgang durch die Wohnung, dabei Bilder oder das Fenster zeigen
  • Tagsüber darf es lebendiger zugehen: Alltagsgeräusche, Tageslicht, Besuch, sofern du dich damit wohlfühlst

Und nachts dann das Gegenteil:

  • Licht möglichst gedimmt halten
  • Nur das Nötigste sprechen, nichts Spannendes „anbieten“
  • Füttern, Bäuerchen machen, wickeln, wieder hinlegen

Dieser Kontrast hilft dem inneren Rhythmus deines Babys, dass „Baby nachts wach“ langsam zur Ausnahme wird.


6. Blähungen oder Bauchweh

Luft im Bauch ist ein Klassiker, wenn ein Baby nicht flach auf dem Rücken schlafen mag.

Milch, die schnell oder hastig getrunken wird, kann Luft im Magen-Darm-Trakt verursachen, die im Liegen unangenehm ist. Typische Anzeichen:

  • Durchgedrückter Rücken
  • Baby zieht die Beine zum Bauch
  • Grimassen und Weinen kurz nach der Mahlzeit
  • Viel Strampeln, Winden und Grunzen in Rückenlage

Was tun bei einem „Blähbauch“-Baby?

Hilfreiche Maßnahmen:

  • Gründlich Bäuerchen machen lassen
    Baby aufrecht auf deiner Brust oder über deiner Schulter halten und mehrere Minuten lang sanft den Rücken klopfen oder von unten nach oben streichen. Manche Babys brauchen mehr als ein Bäuerchen pro Mahlzeit.

  • Fahrradfahren mit den Beinen
    Baby in Rückenlage auf eine feste, sichere Unterlage legen (nur im wachen Zustand) und die Beine vorsichtig wie beim Fahrradfahren Richtung Bauch bewegen.

  • Sanfte Bauchmassage
    Hände wärmen und in kleinen, kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel massieren. Das nur zwischen den Mahlzeiten machen, nicht direkt nach einer großen Portion.

  • Baby nach dem Stillen oder der Flasche möglichst 15–30 Minuten aufrecht halten

Wenn dein Baby sehr starke Schmerzen zu haben scheint, grünen oder blutigen Stuhl hat, kräftig erbricht oder du dir wegen Reflux oder einer Allergie Sorgen machst, such bitte deine Kinderarztpraxis auf.


7. Moro-Reflex – das plötzliche „Auffahren“ im Schlaf

Du hast dein Baby endlich abgelegt, es schläft ruhig, und plötzlich fahren die Ärmchen nach oben, das Baby schreckt hoch und weint. Das ist der Moro-Reflex, ein völlig normaler Schutzreflex bei Neugeborenen.

Dieser Startle-Reflex ist in den ersten Lebensmonaten besonders stark und kann Babys immer wieder aus dem Schlaf reißen.

Lösung: sicheres Pucken

Pucken kann helfen, den Moro-Reflex abzumildern und den Schlaf ruhiger und tiefer zu machen.

Wichtige Grundlagen:

  • Eine leichte, atmungsaktive Decke oder ein Pucktuch aus Baumwolle/Musselin verwenden, alternativ einen speziellen Pucksack
  • Im Brust- und Armbereich eher eng, aber nicht einschnürend pucken, die Hüften müssen Bewegungsfreiheit haben
  • Baby immer auf dem Rücken schlafen lassen
  • Mit dem Pucken aufhören, sobald dein Baby erste Anzeichen zeigt, dass es sich drehen möchte, oder nach Empfehlung deiner Hebamme bzw. Kinderarztpraxis

Richtig angewendet, ist Pucken für viele Eltern ein echter „Gamechanger“, wenn das Neugeborene immer wieder durch das unkontrollierte Umherschlagen der Arme aufwacht.


8. Nähebedürfnis – das „vierte Trimester“

Neun Monate war dein Baby in dir: warm, relativ dunkel, ständig sanft geschaukelt, nie allein.

Plötzlich liegt es in einem stillen Bettchen, flach auf dem Rücken, in einem für es riesigen Raum.

Kein Wunder, dass viele Neugeborene besser schlafen, wenn sie dich spüren oder zumindest ganz nah bei dir sind. Oft wird diese Zeit auch das „vierte Trimester“ genannt – die ersten drei Monate nach der Geburt, in denen Babys noch sehr „bauchgeprägt“ sind.

Wie du das Nähebedürfnis stillen kannst

Du „verziehst“ ein Neugeborenes nicht, wenn du es viel trägst oder auf den Arm nimmst. Menschliche Babys sind auf Nähe ausgerichtet, das ist biologisch so angelegt.

Hilfreiche Möglichkeiten:

  • Körperkontakt / Skin-to-skin
    Baby nur mit Windel bekleidet auf deine nackte Brust legen und euch beide mit einer leichten Decke zudecken. Das beruhigt, kann Atmung und Herzschlag regulieren und die Bindung stärken.

  • Tragen im Tuch oder in der Tragehilfe
    Tagsüber kann ein Tragetuch oder eine ergonomische Trage Wunder wirken, wenn das Baby nur auf dem Arm schläft („Baby schläft nur auf dem Arm“) und du aber auch mal die Hände frei brauchst. Achte auf sicheres Tragen: Gesicht frei, Kinn nicht auf die Brust gedrückt, Atemwege frei.

  • Im gleichen Raum schlafen
    In Deutschland empfehlen Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, dass Babys in den ersten 6 Monaten im Elternschlafzimmer, aber im eigenen Bettchen (Beistellbett, Stubenwagen, Babybett) schlafen. Deine Nähe, Stimme und dein Geruch wirken oft sehr beruhigend.

Nachts hilft es vielen Babys, wenn du:

  • Sie nach dem Trinken noch eine Weile aufrecht hältst
  • Eine Hand beruhigend auf den Brustkorb legst und leise „shhh“ machst, während sie im Bettchen liegen
  • Tagsüber viel Kuschelzeit einplanst, damit die Nacht nicht der einzige Zeitpunkt ist, an dem intensive Nähe möglich ist

Wenn dich der ständige Bedarf nach Körperkontakt erschöpft oder du das Gefühl hast, an deine Grenzen zu kommen, sprich mit deinem Partner, deiner Familie oder deiner Hebamme darüber, wie ihr euch abwechseln und entlasten könnt.


9. Tag-Nacht-Verwechslung – in den ersten 2–3 Wochen sehr häufig

Viele Eltern erleben es: Tagsüber schläft das Baby gefühlt durch, nachts ist das Baby hellwach und möchte Gesellschaft. Meist steckt eine Tag-Nacht-Verwechslung dahinter.

Im Bauch schläft das Baby oft, wenn du dich bewegst, und wird wacher, wenn du liegst. Nach der Geburt braucht der kleine Körper etwas Zeit, um sich an den Tag-Nacht-Rhythmus der Welt draußen anzupassen.

Wie du die innere Uhr sanft „umstellst“

Du brauchst in dieser frühen Zeit noch keinen strengen Tagesplan, aber klare Unterschiede zwischen Tag und Nacht sind hilfreich.

Tagsüber:

  • Vorhänge auf, Tageslicht hereinlassen
  • Normale Alltagsgeräusche zulassen: Gespräche, Haushaltsgeräusche, leiser Fernseher oder Musik
  • Spätestens alle 3 Stunden für eine Mahlzeit wecken
  • Wenn dein Baby wach ist: kurze Spiel- oder Kuschelmomente nach dem Trinken

Nachts:

  • Raum dunkel oder zumindest deutlich abgedunkelt halten
  • Leise sprechen, Blickkontakt kurz halten, keine großen Interaktionen
  • Kein Spielen oder „Action“ nach den Nachtmahlzeiten
  • Wickeln nur, wenn wirklich nötig, und dann möglichst zügig und im Halbdunkel

Die meisten Babys sortieren ihren Rhythmus innerhalb von 2–3 Wochen relativ von allein, manchmal dauert es etwas länger. Wenn dein Baby gesund ist und ihr euch als Eltern mit Schichtschlaf einigermaßen behelfen könnt, ist diese Phase meist vorübergehender Stress – nicht mehr.


10. Krankheit oder Schmerzen

Manchmal steckt hinter „Baby schläft nicht“ tatsächlich ein gesundheitliches Problem.

Neugeborene zeigen Unwohlsein oder Krankheit oft über veränderten Schlaf: Sie sind entweder deutlich schläfriger als sonst oder extrem unruhig und können kaum längere Zeit am Stück schlafen.

Achte aufmerksam auf folgende Warnzeichen:

  • Fieber (in Deutschland gilt: bei Babys unter 3 Monaten mit einer Körpertemperatur von 38,0 °C oder höher solltest du umgehend ärztlichen Rat einholen)
  • Anhaltendes, schrilles Weinen ohne erkennbaren Grund
  • Ein ungewöhnliches Schreien, sehr schrill oder im Gegenteil sehr schwach
  • Deutlich weniger nasse Windeln als sonst (Hinweis auf Flüssigkeitsmangel)
  • Auffällige Atmung: Nasenflügeln, hörbares Stöhnen oder Grunzen, schnelle flache Atmung
  • Starkes oder grünes Erbrechen, Blut im Stuhl

Wenn du ein schlechtes Gefühl hast, verlass dich auf deine Intuition und wende dich an deine Kinderarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder in akuten Notfällen an den Rettungsdienst unter 112. Lieber einmal zu viel kontrollieren lassen, als etwas zu übersehen.


Was ist eigentlich „normaler“ Neugeborenenschlaf?

Bei all der Fehlersuche hilft es, eine Vorstellung davon zu haben, was bei Babys normal ist.

Der Schlaf eines Neugeborenen funktioniert ganz anders als unserer. Er ist:

  • Zerstückelt: Alle 2–3 Stunden wach werden zum Trinken ist normal, manchmal sogar noch häufiger
  • Unberechenbar: Manche Schläfchen dauern 20 Minuten, andere 2 Stunden
  • Laut: Grunzen, Quietschen, zappeln – oft alles noch im Schlaf
  • Im Wandel: Kaum hast du das Gefühl, ihr habt einen Rhythmus, ändert sich wieder alles

Ein paar beruhigende Punkte:

  • Alle 2–3 Stunden aufzuwachen ist in den ersten Wochen physiologisch sinnvoll und gesund
  • Die wenigsten Babys schlafen in den ersten Monaten „durch“ – und das ist völlig in Ordnung
  • Der Schlaf verbessert sich oft schrittweise, viele Babys schaffen erste längere Phasen am Stück zwischen etwa 8 und 16 Wochen, andere brauchen länger

Du kannst sanft mit Tipps für Neugeborene und Schlaf experimentieren, aber: Gerade am Anfang geht es nicht darum, perfekte lange Schlafphasen oder starre Routinen zu erreichen. Wichtiger sind: Essen, Nähe, Sicherheit – und dass alle irgendwie über die Runden kommen.


Alles zusammengefügt

Wenn dein Baby nicht schläft oder ständig wieder aufwacht, kannst du innerlich diese kleine Checkliste durchgehen:

  1. Hunger: Wann war die letzte richtige Mahlzeit? Noch einmal Stillen oder Flasche anbieten. „Baby nachts hungrig“ ist eher die Regel als die Ausnahme.
  2. Umgebung: Stimmt die Zimmertemperatur zum Baby schlafen (ca. 16–20 °C)? Ist es zu hell? Verdunkelung und weißes Rauschen (Baby-Lautstärke ungefähr 50 dB) ausprobieren.
  3. Windel: Nass oder voll? Schnell wechseln – eine nasse Windel macht viele Babys wach.
  4. Übermüdung: War die Wachphase zu lang? Nächstes Mal früher mit dem Runterfahren beginnen.
  5. Unterstimulation: Hat das Baby den ganzen Tag im Dunkeln und in Ruhe geschlafen? Tagsüber etwas mehr Leben, Licht und Kontakt anbieten, nachts dafür konsequent ruhig bleiben.
  6. Blähungen: Noch einmal Bäuerchen versuchen, Fahrradbewegungen mit den Beinen, sanfte Bauchmassage.
  7. Moro-Reflex: Weckt sich dein Baby durch Armbewegungen selbst auf? Sicheres Pucken in Betracht ziehen.
  8. Nähe: Braucht dein Baby Körperkontakt? Skin-to-skin, Tragen, Kuscheln und im Elternschlafzimmer schlafen lassen.
  9. Tag-Nacht-Verwechslung: Tagsüber hell und lebendig, nachts dunkel, leise und langweilig.
  10. Krankheit: Gibt es Warnzeichen? Bei Unsicherheit Kinderarzt, 116 117 oder in Notfällen 112 anrufen.

Du wirst nicht jede Situation „perfekt“ lösen. Niemand schafft das. Nach und nach lernst du dein Baby kennen, erkennst typische Muster schneller und findest deine eigenen Strategien gegen Schlafprobleme beim Baby.

Und falls du gerade glaubst, du wirst nie wieder richtig schlafen: Es ist eine Phase. Kein Dauerzustand.

Nimm Hilfe an, wenn sie dir angeboten wird. Schlafe tagsüber, wenn es sich einrichten lässt. Reduziere deinen Anspruch an Haushalt und „To-do-Listen“.

Dein Baby wird nicht für immer so klein und so häufig wach sein. Sein Schlaf entwickelt sich weiter, du wirst sicherer, und irgendwann schaust du auf diese wilden Nächte zurück und stellst fest: Wir haben es geschafft.


Dieser Inhalt dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Ersatz für den Rat Ihres Arztes, Kinderarztes oder eines anderen Gesundheitsdienstleisters verwendet werden. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, sollten Sie einen Gesundheitsfachmann konsultieren.
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