Familienbett und Co-Sleeping: Risiken, Vorteile und sichere Regeln für Eltern

Schlafende Eltern und Baby im Familienbett bei Nacht

Die Hälfte aller Eltern ist sich in der Schwangerschaft sicher: „Mein Baby schläft nie bei uns im Bett.“ Drei Wochen später: Das Baby lässt sich nur auf einer warmen Brust beruhigen, alle sind völlig übermüdet, und plötzlich dösen alle drei um 3 Uhr morgens auf dem Sofa ein.

Mit Baby zu schlafen, das sogenannte Co-Sleeping oder Familienbett, ist eines dieser Themen, bei denen man sich schnell verurteilt fühlt – egal, wie man es macht. Hinter all den Diskussionen steckt aber eine einfache Realität: Die meisten Familien landen irgendwann beim Baby im Bett, ob geplant oder ungeplant. Und geplantes, informiertes Zusammen­schlafen ist in der Regel sicherer, als vor Erschöpfung irgendwo auf dem Sofa wegzunicken.

Dieser Artikel schaut auf das Familienbett mit einem Sicherheitsblick ohne schlechtes-Gewissen-Rhetorik. Es geht darum, was Studien sagen, wie offizielle Empfehlungen (z. B. der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin) zum Thema Familienbett und Co-Sleeping lauten, welche möglichen Familienbett Vorteile es gibt, welche echten Familienbett Risiken bestehen und welche praktischen Regeln beim Bett teilen helfen können. Außerdem geht es um Roomsharing und Beistellbetten als sicheren Mittelweg.

Du kennst dein Baby und eure Wohnsituation am besten. Ziel ist nicht, dir eine einzige „richtige“ Lösung vorzuschreiben, sondern dir klare Infos zu geben, damit du eine Entscheidung treffen kannst, die sich für eure Familie richtig und sicher anfühlt.


Was meinen wir mit Co-Sleeping und Bett teilen?

Über „Co-Sleeping“ wird viel gesprochen, aber oft Unterschiedliches gemeint. Wenn du versuchst herauszufinden „Ist Co-Sleeping sicher oder nicht?“, ist diese Unschärfe ziemlich unpraktisch.

Im Alltag gibt es im Wesentlichen zwei Varianten:

Roomsharing vs. Bett teilen

  • Roomsharing
    Dein Baby schläft im selben Zimmer wie du, aber auf einer eigenen Liegefläche: Kinderbett, Stubenwagen, Beistellbett, Reisebett.
    Diese Konstellation wird z. B. von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Stiftung Kindergesundheit mindestens für die ersten 6 Lebensmonate, besser bis zum 1. Geburtstag empfohlen.

  • Bett teilen / Familienbett
    Dein Baby schläft auf derselben Matratze wie du, meist direkt neben dir. Das meinen viele, wenn sie sagen „mit Baby schlafen“ oder „Familienbett“. Es kann sich sehr natürlich anfühlen, gerade beim nächtlichen Stillen, hat aber ganz eigene Risiken.

In diesem Text steht Co-Sleeping für jede Form, bei der das Baby in unmittelbarer Nähe der Eltern schläft. Wenn wir von Bett teilen Risiken sprechen, geht es ausdrücklich um Situationen, in denen Eltern und Baby auf derselben Schlafunterlage liegen.


Die Realität: Die meisten Eltern co-sleepen – geplant oder nicht

Falls du denkst, nur du schläfst immer wieder mit Baby im Bett ein: nein.

Umfragen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, dass ein großer Teil der Eltern im ersten Lebensjahr zumindest zeitweise das Bett mit dem Baby teilt. Manche jede Nacht, andere nur in Phasen wie Wachstumsschüben, Infekten oder der berühmten 4‑Monats‑Schlafregression.

Typische Situationen:

  • Ihr startet den Abend, Baby im eigenen Bettchen, und ab 4 Uhr morgens liegt es doch bei euch, damit überhaupt noch jemand Schlaf bekommt.
  • Du stillst nachts im Bett und ihr schlaft beide ein, bevor du das Baby zurücklegen kannst.
  • Du sitzt mit Baby auf dem Sofa, es schläft endlich auf deiner Brust, du auch – und du wachst panisch eine Stunde später auf.

Aus Sicherheits­sicht gilt: Geplant ist sicherer als unkontrolliert. Wenn es realistisch ist, dass du irgendwann mit Baby einschläfst:

  • ist es sicherer, euer Bett bewusst so vorzubereiten, dass Bett teilen möglichst risikoarm ist,
  • als übermüdet auf Sofa oder Sessel einzunicken, denn dort ist das Risiko für Erstickung und SIDS beim Co-Sleeping deutlich höher.

Genau deshalb existieren so viele Empfehlungen zum sicheren Familienbett: nicht, um Bett teilen aktiv zu „bewerben“, sondern um Babys in Situationen zu schützen, in denen Eltern ohnehin mit Baby einschlafen.


Empfehlung der Fachgesellschaften: Roomsharing ja, Bett teilen nein

Die Botschaft vieler Fachgremien in Deutschland, der Schweiz und Österreich ist klar und ähnelt der früheren AAP Empfehlung Familienbett:

  • Ja zu Roomsharing: Baby schläft im Elternschlafzimmer, idealerweise im eigenen Bett, mindestens die ersten 6 Monate, besser bis 1 Jahr.
  • Eher Nein zum Bett teilen: Eltern und Baby sollten, vor allem in den ersten 4 Lebensmonaten, nicht auf derselben Matratze schlafen.

Warum dieses Vorgehen?

Warum Roomsharing empfohlen wird

Mehrere Studien aus Europa zeigen: Roomsharing ohne Bett teilen kann das Risiko für den Plötzlichen Kindstod (SIDS) um bis zu etwa die Hälfte senken.

Mögliche Gründe:

  • Eltern bemerken schneller, wenn sich Atmung oder Verhalten des Babys ändern.
  • Nächtliches Stillen oder Füttern ist einfacher, das Baby wird dadurch öfter kurz geweckt und verbleibt weniger lang in sehr tiefen Schlafphasen.
  • Eltern reagieren rascher auf Überhitzung oder ungewöhnliche Geräusche.

Wenn du dich also fragst „Ist Co-Sleeping überhaupt sicher?“, ist die aus Sicherheitssicht beste Form von Co-Sleeping das Roomsharing mit eigener Schlafstätte für das Baby.

Warum Bett teilen offiziell eher abgelehnt wird

Gesundheitsbehörden schauen auf die Risiken in der Gesamtbevölkerung. Betrachtet man alle Fälle zusammen, zeigt sich: Bett teilen ist mit einem erhöhten Risiko für SIDS und für unbeabsichtigtes Ersticken verbunden, besonders bei Babys unter 4 Monaten.

Hauptprobleme:

  • Weiche Matratzen und Kissen, in die das Baby einsinken und mit dem Gesicht „verschwinden“ kann.
  • Dicke Decken und Bettdecken, die den Kopf des Babys bedecken.
  • Ein schlafender Erwachsener, der sich auf das Baby rollt.
  • Spalten zwischen Matratze und Wand, Kopfteil oder Möbeln, in denen sich ein Baby verfangen kann.

In echten Schlafzimmern mit müden Eltern, vielen Kissen und Decken kommen diese Gefahren sehr häufig vor. Daher lautet die offizielle Linie meist kurz: „Bett teilen vermeiden“.

Gleichzeitig ist Fachleuten bewusst, dass sich viele Familien – vor allem stillende Mütter – trotzdem für ein Familienbett entscheiden, weil es ihnen das nächtliche Stillen und den Alltag erleichtert. Daher gibt es auch hierzulande Empfehlungen, wie Co-Sleeping möglichst risikoarm gestaltet werden kann.


Familienbett Vorteile: Warum manche Eltern sich bewusst dafür entscheiden

Wenn es Familienbett Risiken gibt, warum schlafen dann so viele trotzdem mit Baby im Bett? Weil die Vorteile für manche Familien schwer wiegen.

1. Nächtliches Stillen wird einfacher

Für viele stillende Mütter bedeutet Nächtliches Stillen im Familienbett:

  • Sie müssen nachts weniger „komplett wach“ werden.
  • Stillen nach Bedarf ist leichter umsetzbar.
  • Der Milchfluss lässt sich in Wachstumsschüben besser aufrechterhalten.
  • Das Baby schreit oft kürzer und ist seltener komplett aufgedreht.

Liegt das Baby direkt neben dir, laufen Stillmahlzeiten ruhiger und häufig schneller ab. Viele Mütter fühlen sich weniger, als würden sie „Nacht­schichten schieben“, sondern eher, als sei das Stillen in ihren eigenen Schlaf eingebettet.

2. Mehr Schlaf für Eltern (jedenfalls manchmal)

Nicht bei allen, aber bei vielen:

  • Du verbringst weniger Zeit damit, ganz wach zu werden, aufzustehen und das Baby zu beruhigen.
  • Du musst das Bett nicht verlassen, um zu stillen oder zu trösten.
  • Viele Eltern berichten, sie fühlten sich trotz häufiger nächtlicher Unterbrechungen erholter, weil diese kürzer und sanfter ausfallen.

Andere wiederum schlafen schlechter, wenn das Baby im Bett liegt, weil sie hyperwach sind und jede Bewegung registrieren. Auch das ist völlig legitim. Dein eigenes Temperament spielt eine große Rolle.

3. Nähe, Bindung und emotionale Entlastung

Nächtliche Nähe kann unterstützen:

  • Babys, die sich schnell erschrecken oder beim Alleinsein stark weinen.
  • Eltern, die nach schwieriger Geburt, Kaiserschnitt oder Aufenthalt auf der Neonatologie (NICU/Neonatologie) besonders starkes Bedürfnis nach Nähe und Kontrolle haben.
  • Familien, denen das Familienbett kulturell oder emotional wichtig ist.

In vielen Teilen der Welt ist es völlig normal, dass Kinder mit im Bett der Eltern schlafen. Im deutschsprachigen Raum wird Co-Sleeping oft stark medizinisch diskutiert, aber die emotionale Ebene bleibt trotzdem wichtig.

Entscheidend ist daher nicht nur die Frage „Gibt es Familienbett Vorteile?“, sondern: Überwiegen die Vorteile in eurer Situation die Risiken? Das hängt stark vom Gesundheitszustand deines Babys und euren individuellen Risikofaktoren ab.


Familienbett Risiken: Wann mit Baby schlafen besonders gefährlich ist

Jede Schlafentscheidung ist eine Abwägung. Manche Konstellationen erhöhen das Risiko beim Bett teilen deutlich. In einigen Situationen lautet die Empfehlung klar: kein Familienbett.

Zentrale Risiken beim Bett teilen

  1. Ersticken / Erdrücken

    • Das Gesicht des Babys liegt in einem Kissen, einer Decke oder an einem Körperteil eines Erwachsenen.
    • Das Baby rollt auf eine weiche Matratze oder ein Kissen, das Mund und Nase bedeckt.
    • Arm oder Körper eines Erwachsenen blockiert unbemerkt die Atemwege.
  2. Overlay (Überlagerung)
    Ein schlafender Erwachsener rollt versehentlich auf das Baby oder drückt es in eine Position, in der es nicht mehr frei atmen kann. Das passiert eher, wenn der Erwachsene sehr tief schläft, völlig übermüdet ist oder Medikamente, Alkohol oder Drogen konsumiert hat.

  3. SIDS (Plötzlicher Kindstod)
    Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Co-Sleeping und SIDS, insbesondere:

    • bei Babys unter 4 Monaten,
    • in Verbindung mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol oder unsicherer Schlafumgebung.

Situationen, in denen Bett teilen besonders riskant ist

Wenn einer der folgenden Punkte zutrifft, gilt Bett teilen als klar unsicher:

  • Rauchen in der Familie
    Das betrifft:

    • wenn du aktuell rauchst,
    • wenn eine andere Person im Haushalt raucht,
    • wenn während der Schwangerschaft geraucht wurde.
      Rauchen beeinflusst, wie Babys auf Sauerstoffmangel reagieren, deshalb ist das SIDS‑Risiko beim Familienbett mit Rauchbelastung deutlich erhöht.
  • Alkohol- oder Drogenkonsum
    Wenn du oder deine Partnerin / dein Partner:

    • Alkohol getrunken habt,
    • andere Drogen konsumiert habt,
    • starke Schmerzmittel, Schlaf- oder Beruhigungstabletten genommen habt.
      Diese Substanzen vertiefen den Schlaf und senken die Wahrnehmung für das Baby neben dir.
  • Frühgeborenes oder sehr leichtes Baby
    Babys, die zu früh geboren wurden oder bei der Geburt deutlich unter 2,5 kg wogen, haben oft eine empfindlichere Atmungsregulation. Das Frühgeborenes Bett teilen Risiko ist in den ersten Monaten noch einmal höher. Für diese Babys raten Fachgesellschaften besonders deutlich vom Familienbett in den ersten Monaten ab.

  • Sehr weiche oder unsichere Schlafunterlage
    Zum Beispiel:

    • weiche Matratzen, die sich stark eindrücken,
    • viskoelastische Matratzen (Memoryfoam), die das Gesicht umschließen können,
    • Sofa, Sessel, Couch, Wasserbett, Sitzsäcke.

    Sofas und Sessel sind extrem riskant. Viele tragische Fälle entstanden, weil Eltern mit dem Baby auf dem Arm auf dem Sofa eingeschlafen sind.

Trifft einer dieser Punkte aktuell auf euch zu, sind aus Sicherheits­perspektive die besten Alternativen:

  • Roomsharing mit eigenem Babybett oder Stubenwagen,
  • oder ein sicheres Beistellbett, bei dem das Baby zwar nah bei euch, aber nicht in eurem Bett schläft.

Die „Safe Sleep Seven“: Co-Sleeping-Regeln für Eltern, die das Bett teilen

Manche Eltern entscheiden sich trotz bekannter Risiken bewusst für das Familienbett: weil das Stillen sonst nicht klappt, weil die psychische Belastung sonst zu groß wäre oder weil es zu den eigenen Werten passt. Diese Eltern brauchen praktische, ehrliche Infos zum sicher schlafen Baby, nicht nur Angst­botschaften.

Die „Safe Sleep Seven“ (oft in internationalen Stillinitiativen erwähnt) sind eine einfache Merkhilfe mit sieben Bedingungen, unter denen Bett teilen als vergleichsweise risikoärmer gilt. Sie machen das Familienbett nicht „risikofrei“, können aber das Risiko senken.

Damit Bett teilen als relativ risikoarm gilt, sollten alle sieben Punkte erfüllt sein:

  1. Du stillst dein Baby
    Stillende Mütter nehmen nachts oft automatisch eine „C‑Form“ um das Baby ein: Knie angewinkelt, Arm über dem Babykopf. So bildet sich eine Art „Nest“ um die Babyschlafzone. Gestillte Babys wachen in der Regel häufiger auf, was in Studien mit einem niedrigeren SIDS‑Risiko in Zusammenhang gebracht wurde.

  2. Du rauchst nicht
    Kein Rauchen in der Schwangerschaft und kein Rauchen im Haushalt, weder von dir noch von anderen Personen.

  3. Du bist nüchtern und nicht beeinträchtigt
    Kein Alkohol, keine Drogen, keine stark sedierenden Medikamente vor dem Schlafengehen. Du solltest so wach sein, dass dich z. B. ein lautes Geräusch aufwecken würde.

  4. Baby liegt auf dem Rücken
    Lege dein Baby immer auf den Rücken zum Schlafen, auch im Familienbett. Bauch- oder Seitenlage sind deutlich riskanter.

  5. Baby ist leicht bekleidet und überhitzt nicht
    Verwende lieber einen leichten Schlafsack als viele Schichten Kleidung oder Decken. Keine dicke Mütze in Innenräumen. Überhitzung ist ein wichtiger Risikofaktor für SIDS.

  6. Feste, ebene Matratze

    • Kein Sofa, kein Sessel, keine Liege mit tiefen Ritzen.
    • Keine stark einsinkende oder sehr hoch gepolsterte Matratze.
    • Keine größeren Spalten zwischen Matratze und Wand oder Bettrahmen.
  7. Keine weichen oder losen Textilien am Babykopf

    • Kissen, große Kuscheltiere und überhängende Bettdecken gehören nicht in die Nähe des Babygesichts.
    • Viele Eltern nutzen ihre eigene Bettdecke nur bis zur Taille und kleiden das Baby so, dass es keine zusätzliche Decke braucht.

In der Praxis empfehlen sichere Co-Sleeping-Regeln außerdem:

  • Das Baby schläft neben der stillenden Mutter, nicht zwischen zwei Erwachsenen.
  • Ältere Geschwister oder Haustiere sollten nicht mit dem kleinen Baby im selben Bett schlafen.
  • Ein niedriges Bett oder eine Matratze auf dem Boden reduziert das Sturzrisiko.

Auch hier gilt: Die sicherste Lösung bleibt das eigene Babybett. Aber wenn Bett teilen absehbar ist, sind die „Safe Sleep Seven“ erheblich sicherer, als unvorbereitet mit Baby auf dem Sofa oder unter einer dicken Decke einzuschlafen.


Der sicherste Kompromiss: Beistellbett / Sidecar-Bett

Du möchtest dein Baby in Griffweite haben, aber nicht direkt mit Baby im Bett schlafen? Ein Beistellbett (Sidecar-Bett, Co-Sleeper) ist für viele Familien der ideale Mittelweg.

Was ist ein Beistellbett?

  • Ein kleines Babybett, das fest an euer Elternbett montiert wird.
  • Eine Seite ist offen oder niedriger, sodass du dein Baby im Liegen problemlos erreichst.
  • Dein Baby schläft auf einer eigenen, festen Matratze ohne deine Kissen und Bettdecken.

Diese Lösung bietet mehrere Vorteile:

  • Das Baby liegt direkt neben dir, Stillen und Beruhigen sind im Liegen möglich.
  • Du musst nach Geburt, Kaiserschnitt oder bei Rückenproblemen nicht ständig aufstehen.
  • Es bleibt eine sichere Schlafumgebung Baby, weil es seine eigene, feste Liegefläche hat.
  • Viele Familien erleben so die Vorteile von Co-Sleeping, ohne die vollen Familienbett Risiken einzugehen.

Tipps für ein sicheres Beistellbett

  • Höhe prüfen
    Matratze des Beistellbetts sollte mit eurer Matratze bündig abschließen. Es darf keinen Spalt geben, in den das Baby rollen und stecken bleiben könnte.

  • Stabile Befestigung
    Nutze immer die vorgesehenen Gurte / Haken, um das Beistellbett am Elternbett zu fixieren. Nur „dicht dran schieben“ reicht nicht.

  • Innenraum freihalten
    Keine Kissen, Nestchen, Bettumrandungen, Kuscheltiere oder dicken Decken im Babybett.

  • Eigene Bettwäsche im Blick behalten
    Achte darauf, dass deine Bettdecke und dein Kissen nicht in den Raum des Babys hineinragen.

Für viele Eltern ist ein Beistellbett die angenehmste Form von Co-Sleeping: Baby ist nah, Stillen nachts ist leichter, gleichzeitig ist die sichere Schlafumgebung Baby deutlich besser gewährleistet als beim Bett teilen.


Praxisnah: Jede Variante sicherer machen

Am Ende findet jede Familie ihren eigenen Mix: mal allein im Babybett, mal bei den Eltern, mal im Beistellbett. Mit ein paar Grundregeln lässt sich jede Variante sicherer gestalten.

Wenn ihr Roomsharing ohne Bett teilen macht

  • Feste, flache Schlafunterlage
    Nutze ein Babybett, Stubenwagen oder Reisebett mit fester Matratze und passendem Spannbettlaken.

  • Rückenlage
    Lege dein Baby zum Schlafen immer auf den Rücken, tags wie nachts.

  • Minimalistische Schlafumgebung

    • Keine Nestchen oder gepolsterten Umrandungen.
    • Kein Kissen unter dem Babykopf.
    • Keine losen Decken. Ein Schlafsack ist meist die sicherste Wahl.
  • Raumtemperatur im Blick
    Ideal sind etwa 16 bis 18 Grad Celsius. Das Baby sollte sich im Nacken warm, aber nicht verschwitzt anfühlen.

  • Bett möglichst nah ans Elternbett
    Stelle das Babybett direkt an eure Bettseite. So kannst du im Halbschlaf beruhigen oder den Schnuller geben, ohne aufzustehen.

Wenn ihr mit Baby im Bett schlaft

Zusätzlich zu den „Safe Sleep Seven“ helfen:

  • Klare Babyzone im Bett schaffen
    Das Baby schläft an der Wandseite oder mit einem sicheren Rausfallschutz neben der stillenden Mutter, nicht in der Mitte zwischen zwei Erwachsenen. Manche Eltern nutzen eine harte, flache Rolle unter dem Spannbettlaken als Begrenzung. Alles, was lose ist, gehört nicht ins Bett.

  • Schwere Bettdecken weglassen
    Nutze eher eine leichtere Decke oder nur bis zur Hüfte, zieh dich selbst wärmer an. Das Baby sollte nicht unter deiner Decke liegen.

  • Lange Haare und Schmuck sichern
    Lange Haare zusammenbinden, keine langen Ketten oder große Ohrringe, die sich um das Baby wickeln oder es im Gesicht stören könnten.

  • Kein Pucken im Familienbett
    Gepuckte Babys können sich schlechter wegdrehen oder mit Armen und Beinen reagieren. Im Familienbett sind Schlafsäcke sicherer als Pucktücher.

  • Tageschlaf nicht vergessen
    Die gleichen Regeln gelten auch für Mittagsschlaf und kurze Nickerchen. Ein „nur 10 Minuten kurz so hinlegen“ kann länger dauern als gedacht.

  • Plan B für „Ausnahmetage“
    Wenn du Alkohol getrunken hast, starke Medikamente nimmst oder nach mehreren schlaflosen Nächten völlig am Ende bist, ist das Familienbett tabu. Dann sollte das Baby unbedingt im eigenen Bett, Stubenwagen oder Beistellbett schlafen.

Wenn du beim Stillen oder Füttern manchmal einschläfst

Vielleicht willst du grundsätzlich nicht mit Baby im Bett schlafen, merkst aber, dass du beim Stillen im Liegen häufig wegdämmerst.

Dann hilft es, vorzubauen:

  • Richte euer Bett so ein, als würdest du mit Baby schlafen: feste Matratze, keine Spalten, keine losen Kissen oder schweren Decken in Babys Nähe.
  • Vermeide, nachts auf Sofa oder Sessel zu stillen oder zu füttern. Wenn es doch sein muss, stell dir einen Wecker, um nicht in tiefen Schlaf zu fallen.
  • Wenn du bemerkst, dass dir im Sitzen die Augen zufallen, leg dich mit Baby lieber rechtzeitig kontrolliert ins Bett, anstatt auf dem Sofa einzuschlafen.

Kein Urteil – nur informierte Entscheidungen

Familienbett und Co-Sleeping sind emotional aufgeladene Themen. Viele Menschen vertreten sehr deutliche Meinungen, häufig geprägt von einer einzelnen Erfahrung oder einem dramatischen Artikel.

Du darfst anders entscheiden:

  • Vielleicht startest du streng mit eigenem Babybett und stellst später fest, dass euch geplantes, sicheres Bett teilen den Alltag rettet.
  • Vielleicht schläft dein Baby als Neugeborenes im eigenen Bett, kommt aber mit 9 oder 12 Monaten ins Familienbett.
  • Vielleicht fühlst du dich nie wohl mit Baby im Bett. Dann bleibst du konsequent bei Roomsharing mit eigener Matratze. Das ist genauso in Ordnung.

Die Frage lautet nicht: „Ist Co-Sleeping sicher oder unsicher?“ als Schwarz-Weiß-Entscheidung. Wichtiger sind:

  • Welche konkreten Familienbett Risiken gibt es in unserer Situation?
  • Welche Familienbett Vorteile sind für uns gerade relevant?
  • Wie können wir das sicher schlafen Baby so gut wie möglich unterstützen, unabhängig von der Variante?

Es ist völlig normal, dass sich deine Entscheidung im Laufe der Zeit ändert. Das ist kein Scheitern, sondern ein Zeichen dafür, dass du auf dein Baby und auf dich selbst reagierst.

Wenn du unsicher bist, helfen dir:

  • Ein offenes Gespräch mit eurer Kinderärztin / eurem Kinderarzt über das Thema Bett teilen, inklusive eurer individuellen Risikofaktoren.
  • Beratung durch eine Hebamme oder eine zertifizierte Stillberaterin (z. B. IBCLC) zu sicheren Stillpositionen im Liegen und zum Umgang mit Beistellbetten.
  • Informationen aus ausgewogenen Quellen, die sowohl Vorteile als auch Risiken von Familienbett und Co-Sleeping darstellen.

Du brauchst Schlaf, dein Baby braucht Sicherheit. Mit klaren Informationen, bewussten Entscheidungen und ein paar gut umsetzbaren Regeln finden die meisten Familien ihren eigenen Weg durch die Nächte – ob mit Baby im Bett, im Beistellbett oder im eigenen Babybett direkt nebenan.


Dieser Inhalt dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Ersatz für den Rat Ihres Arztes, Kinderarztes oder eines anderen Gesundheitsdienstleisters verwendet werden. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, sollten Sie einen Gesundheitsfachmann konsultieren.
Wir als Entwickler der Erby-App übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die Sie auf Grundlage dieser Informationen treffen, die nur zu allgemeinen Informationszwecken bereitgestellt werden und keinen Ersatz für persönliche medizinische Beratung darstellen.

Diese Artikel könnten für Sie interessant sein

Erby — Baby-Tracker für Neugeborene & stillende Mütter

Stillen, Abpumpen, Schlaf, Windeln und Meilensteine verfolgen.